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Aus den Medien:

Jeder Fünfte hat Alkoholprobleme

Der Alkoholkonsum in Deutschland bleibt entschieden zu hoch. Das geht aus dem Jahrbuch der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen hervor. Demnach hat jeder fünfte Deutsche zwischen 18 und 64 Jahren ein Alkoholproblem. Ein Fünftel aller Todesfälle in Deutschland zwischen 35 und 65 Jahren sind alkoholbedingt, bei Männern sogar ein Viertel. Die Anzahl der Alkoholvergiftungen stieg zwischen 2000 und 2009 um fast 112 Prozent. Besonders dramatisch fiel die Entwicklung mit einem Plus von 194 Prozent in der Altersgruppe 20 bis 25 Jahre aus.
Quelle: ARD Teletext April 2011

Wozu ein Suchtseminar ?

Der Alkoholismus ist nicht nur ein Problem von gesellschaftlicher Bedeutung, vielmehr sind auch Unternehmen und Verwaltungen in zunehmendem Maße davon betroffen. Wie vorliegende Untersuchungen belegen, sind die volkswirtschaftlichen Kosten der Alkoholkrankheit immens. Modellrechnungen weisen darüber hinaus nach, dass verminderte Arbeitsleistungen und Arbeitsausfälle einen meist unterschätzten Kostenfaktor darstellen. Das in meinen Seminaren vorgestellte Programm stellt einen vielfach erprobten Ansatz dar, über eine Hilfeleistung für alkoholgefährdete und -kranke Mitarbeiter eine erhebliche Kosteneinsparung zu erzielen.
Die Bedeutung des Alkoholismus ist vielfach vor allem in den Führungsetagen (noch) nicht erkannt. Die vorliegenden Erfahrungen zeigen jedoch, dass der hieraus entstehende Problemdruck eine zunehmende Handlungsbereitschaft Angestellter hervorruft Die Erscheinungsformen des Alkoholismus sind ebenso vielfältig wie die betroffenen Menschen. Somit können zwar keine generellen Aussagen über die Symptomatik gemacht werden, es gibt aber Grundtypen, deren Kenntnis die Wahrnehmung des Alkoholismus verbessert. Hinsichtlich der Suchtkarrieren und ihrer Verläufe können die Charakteristika beschrieben werden, die auch Laien Handlungsmöglichkeiten eröffnen. Von grundlegender Bedeutung ist es, ein der Krankheit entsprechendes Führungsverhalten durch die Vermittlung von Erkenntnissen aus der medizinischen und psychologischen Forschung zu fördern. Oft zeigt sich, dass die verbreiteten Vorstellungen bezüglich der Alkoholkrankheit von den wissenschaftlichen Grundlagen der Suchtbehandlung erheblich abweichen.
So ist es ein weitverbreiteter Irrtum, dass ein Alkoholkranker ebenso wie ein Raucher in der Lage ist, sein Suchtverhalten bewusst und kontrolliert zu steuern. Tatsächlich sind Alkoholiker nicht in der Lage, ihr Trinkverhalten willentlich zu beeinflussen. Versprechen seitens der Betroffenen bezüglich einer positiven Verhaltensänderung sind durchaus mit ernsthaften Vorsätzen verbunden, sie scheitern jedoch am Krankheitsbild, bei dem die bewusste und zielgerichtete Umsetzung von Ansätzen zur Reduzierung der Abhängigkeit durch den medizinisch nachgewiesenen Verlust der Selbstkontrolle überlagert wird. Eine weitere zentrale Feststellung lautet: Wenn der Alkohol Probleme bereitet, so ist das Problem zunächst der Alkohol. Die kritische Situation beim Auftreten von Alkoholproblemen wird vielfach von Wissens- und Verhaltensdefiziten auf seiten der Führungskräfte beeinflusst, die zunächst auf persönlichen Einstellungen beruht. Die weitgehende gesellschaftliche Tolerierung des Alkohols verursacht nicht selten eine Bagatellisierung der Problematik. Der Co-Alkoholiker ist eine Alltagserscheinung, die ein Fortschreiten der Krankheit wesentlich begünstigt.
Das in meinen Seminaren vorgestellte Konzept ist die Verknüpfung von grundlegenden Erkenntnissen über die Alkoholkrankheit mit einer den besonderen Gegebenheiten in Betrieben und Verwaltungen entsprechenden Vorgehensweise im Umgang mit Alkoholikern. Von der Feststellung aIkoholbedingten Fehlverhaltens über die Vermittlung der Möglichkeiten positiver Einflussnahme bis hin zu arbeitsrechtlichen Behandlung wird das Thema nicht nur dargelegt, sondern auch Handlungszusammenhänge aufgezeigt.
Das vorrangige Ziel der Schulung zum Thema Alkohol am Arbeitsplatz muss es sein, über eine Unterstützung betroffener Mitarbeiter bei der Überwindung der Krankheit eine Wiederherstellung der vollen Leistungsfähigkeit zu erreichen und somit die Hilfeleistung für den einzelnen mit unmittelbarem Nutzen für das Unternehmen zu verknüpfen. Die zunehmende Spezialisierung lässt es vielfach als Luxus erscheinen, erfahrene Arbeitnehmer an eine Krankheit zu verlieren.
In diesem Zusammenhang ist hervorzuheben, dass der "trockene" Alkoholiker im statistischen Durchschnitt nachweislich weniger Ausfallzeiten aufweist und höher motiviert ist als andere Arbeitnehmer. Jeder dritte Betriebsunfall ist nach vorliegenden Erkenntnissen durch Alkoholeinwirkung verursacht. Das Ignorieren der Realitäten führt vielfach zu erheblichen Störungen in Organisationsabläufen. Die Erfahrungen zeigen, dass ein konsequentes und sachgerechtes Gegensteuern erhebliche Vorteile für alle Beteiligten mit sich bringt.

Thomas Oberlander




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